Jubiläumsfeier 2008 – Stimmen und Gedanken

75 Jahre (neues) Quäkerhaus

Ein Ort der Glaubenspflege“  –  so überschrieben die Pyrmonter Nachrichten ihren Bericht über unser festliches Zusammensein am 27. Juli 2008, an dem über 50 Freundinnen und Freunde, sowie Gäste teilnahmen – „selbst aus England“.

Brenda Bailey (geborene Friedrich) war dabei, über ihre Familie eng verbunden mit dem Quäkerhaus, dazu ihre Freundin aus Kindheitstagen, Elga Sturmthal, Tochter eines jüdischen Arztes, die 1937 das Stipendium einer Quäkerschule in England bekam und wie Brenda in England blieb. Außerdem kamen Richard Seebohm, direkter Nachkomme des Gründers der Friedensthaler Quäker, sowie, aus Wales, Helen Adamson, die 1945 im Rahmen der Friends‘ Ambulance Unit in Berlin Hilfsdienste leistete und damals auch das Quäkerhaus in Bad Pyrmont  besuchte.

Die Stadt Bad Pyrmont war vertreten durch die Bürgermeisterin Elke Christina Roeder sowie durch vier Mitglieder des Stadtrates. Auch der Leiter des Schloßmuseums und zwei Vertreter der Pyrmonter Kirchen waren der Einladung gefolgt. Es war ein sehr harmonisches Treffen. Gisela Faust führte zu Anfang in die besondere Andacht ein, die dann aus Rücksicht auf die Besucher von außerhalb der Religiösen Gesellschaft der Freunde nur halbstündig gehalten wurde. Anschließend erfolgte die allgemeine Begrüßung und eine kurze Einführung in die Geschichte des Quäkerhauses durch Lutz Caspers; danach hörten wir Grußworte der Gäste aus England. Schließlich würdigte die Bürgermeisterin den Anlass unter anderem mit folgenden Worten: „Ich möchte Ihrer religiösen Gemeinschaft Mut machen, auch weiterhin eng zusammen zu stehen und dieses Haus auch in der Zukunft als einen Ort der Verständigung und der Glaubenspflege zu nutzen.“

Ministerpräsident Wulff schickte persönlich und im Namen der Landesregierung ein Grußwort: „.Niedersachsen ist stolz darauf, die Religiöse Gesellschaft der Freunde in seinen Grenzen zu beherbergen … Ich wünsche Ihnen allen viele weitere fruchtbare gemeinschaftliche Jahre in Ihrem Versammlungshaus. Ich danke Ihnen für Ihre Arbeit früher und heute für die Menschen hier in Niedersachsen und überall auf der Welt. Ich bitte Sie auch weiterhin um Ihr Engagement und grüße Sie herzlich… “ Uns erreichten weitere Grußworte, unter anderem vom Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann.

Unsere Schreiber, Maurice de Coulon und Jalka, schrieben: „…Immer wieder tauchten unter uns Zweifel auf, ob wir uns dieses Haus noch und gerade hier ‚leisten‘ könnten und sollten. Aber jenseits aller Meinungen über einen angemesseneren Versammlungsort für die heutige Gemeinschaft der deutschen Freunde, hat es sich doch erwiesen, dass dieses Haus eine unverrückbare und gerade deshalb vielleicht unverzichtbare, auch Gemeinschaft stiftende, Bedeutung hat … Möge das Quäkerhaus noch lange durch das lebendige Zeugnis der Bereitschaft zur Nachfolge Jesu, in einem von George Fox inspirierten Sinne, erfüllt sein.“

Gisela Faust führte die Gäste dann durch das Haus. Im Essraum zeigte eine kleine Ausstellung die Entwicklung des Hauses und wofür Quäker stehen, und auf einem Büchertisch waren Beispiele ganz alter (z. B. Fox und Barcley) sowie neuer Quäkerliteratur zu sehen. Leonie Glahn und die Pyrmonter Gruppe hatten einen Imbiss vorbereitet, der auch von allen geladenen Gäste eingenommen wurde; den Ausklang bildete ein Zusammensein im Garten mit guten Gesprächen bei warmem Sommerwetter.

Dieses Treffen wurde möglich, weil die Hannoversche Quäkergruppe ihre Juli-Andacht nach Pyrmont verlegt hatte; es wurde von der Pyrmonter Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen. Auch außerhalb Deutschlands fand unsere Jubiläumsfeier Interesse. So brachte „The Friend“, die britische Wochenzeitung der Quäker, ein Foto unseres Quäkerhauses auf der Titelseite und einen Artikel dazu im Innern; auch die irische Quäkerzeitung „The Friendly Word“ veröffentlichte einen Artikel. Wir sind dankbar für die gelungene Aktion.