QCEA – Quäker und die EU

QCEA – Quäker und die EU

Eine Quäkervision für ein gerechtes Europa

Quäkerinnen und Quäker sehen die internationale Zusammenarbeit, die wir auch miteinander leben, als notwendigen Schritt zu einer gewaltlosen und gerechten Gesellschaft. Das hat lange Tradition – bereits 1693 formulierte der Quäker William Penn (der Gründer Pennsylvanias) eine Vision Europas: Um eine weitere Zerstörung des Kontinents durch Kriege zu verhindern, forderte er ein europäisches Parlament („Essay Towards the Present and Future Peace of Europe by the Establishment of a European Parliament“).

300 Jahre gibt es ein Europäisches Parlament,  aber noch kein gewaltloses und gerechtes Europa. Deshalb haben Quäkergruppen aus Europa in den 1970er Jahren eine Organisation gegründet, die unsere Werte im europäischen Kontext fördern und die Entscheidungsträger in Brüssel und Strassburg aufzufordern, Europa in guter Weise zu gestalten. QCEA fordert die Europäische Union (EU) und den Europarat dazu auf, zu einem Europa beizutragen, das friedlich, mitfühlend, offen und gerecht sowohl im Umgang der Mitgliedsstaaten untereinander als auch im Umgang mit Ländern und Völkern jenseits seiner Grenzen ist. Dafür stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von QCEA Informationen zu Alternativen zur Verfügung, bringen Gesprächspartner zusammen und helfen Quäkerinnen und Quäkern sich aktiv in die europäische Politik einzubringen.

Eine Quäkerstimme in Europa – QCEA

Der Quäkerrat für Europäische Angelegenheiten (QCEA, Quaker Council for European Affairs) wurde 1979 in Brüssel gegründet, um die Werte der Religiösen Gesellschaft der Freunde im europäischen Kontext zu fördern. Das Ziel von QCEA ist es, die quäkerischen Grundwerte zu kommunizieren und in den Institutionen der Europäischen Union und des Europarates zu vertreten: Lobbyarbeit für Frieden, Menschenrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit, demokratische Staatsführung und nachhaltige Energiepolitik.

Auf Grundlage unserer  fundamentalen Überzeugungen –  wir glauben an das von Gott in jedem Menschen, den Erfolg gewaltloser Ansätze zur Konfliktbewältigung und die Notwendigkeit einer nachhaltigen und gerechten Lebensweise – nimmt QCEA im Namen der europäischen Quäker repräsentative Aufgaben gegenüber Entscheidungsträger wahr. Im Quäkerhaus Brüssel treten zwei Beauftragte (Representatives) und drei Jahrespraktikanten (Programme Assistants) für eine diesen Werten verpflichtete Europapolitik ein.

Die deutschen Quäker unterstützen QCEA finanziell und organisatorisch und stellen die Zusammenarbeit durch Delegierte und die Mitarbeit im Council sicher.

Lobbyarbeit, Konferenzen, Studienreisen

QCEA stellt Informationen zusammen, formuliert Empfehlungen zu konkreten politischen Entscheidungen und kommuniziert mit Entscheidern in den verschiedenen Institutionen der Europäischen Union. Dabei reagiert QCEA auf aktuelle Diskussionen, versucht aber auch selbst, Themen auf die Agenda zu setzen. Die Erkenntnisse und Empfehlungen werden in der Form von Reports, Briefing Papers, Fact Sheets, Discussion Papers und Newslettern allen Interessierten zur Verfügung, tw. in gedruckter Form sowie vollständig im Internet. Der monatliche Newsletter Around Europe wird von Freiwillgen tw. ins Deutsche übersetzt.

Alle zwei Jahre veranstaltet QCEA eine Tagung zu Themen wie „Energie und Konflikt“ oder „Asylrecht“. Außerdem führt QCEA jedes Jahr eine zweiwöchige Studienreise durch, in der Quäkerinnen und Quäker sowie andere Interessierte die Organe der EU besuchen und aktuelle Themen miteinander, mit Aktivisten und Politikern diskutieren.

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