Ökumene und Friedenskirche

Ökumene und Friedenskirche

Die Quäker zählen – zusammen mit den Mennoniten und der Church of Brethren – zu den historischen Friedenskirchen. Neben dem Bewusstsein für die christlichen Wurzeln des Quäkertums ist diese Rolle eine Grund für das Engagement der Quäker im ökumenischen Dialog: Es ermöglicht, die anderen Kirchen an die Friedensbotschaft der Bergpredigt zu erinnern und eine Entwicklung der Kirchen zu Friedenskirchen zu befördern.

Quäker und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK)

Die deutschen Quäker beteiligen sich an der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sowohl auf Bundes- als auch auf Regionalebene. Sie sind allerdings nicht Vollmitglieder, sondern haben den Status „Beobachter“ gewählt. Denn die Quäker sind sich ihrer christlichen Wurzeln bewusst und unterstützen den ökumenischen Dialog, eine kooperative Zustimmung zu einem Glaubensbekenntnis wollen sie aber leisten müssen. Sie schätzen den Austausch und versuchen insbesondere, friedenskirchliche Themen wie den „gerechten Frieden“ im Gespräch zu halten und die Entwicklung aller Kirchen zu Friedenskirchen zu befördern. Über die ACK sind Quäker auch an den Weltkirchenrat (World Coucil of Churches) angeschlossen, was eine Bearbeitung dieser Themen auf globaler Ebene ermöglicht.

Engagement als historische Friedenskirche: Church and Peace

Als eine der drei Historischen Friedenskirchen arbeiten die Quäker mit den Mennoniten und der Church of Brethren sowie dem Internationalen Versöhnungsbund im Zusammenschluss „Church and Peace“ zusammen. Church and Peace ist ein internationaler und ökumenischer Treffpunkt für Menschen aus Gemeinschaften, Kirchen und Friedensorganisationen, die ihr  Engagement zu friedenskirchlichem Leben erneuern wollen. Die Mitglieder – etwa 50 Kommunitäten, Kirchen, Organisationen und Gruppen – herangewachsen. Die Mitglieder teilen die Überzeugung, dass die im Evangelium bezeugte Gewaltfreiheit zu den Wesensmerkmalen der Gemeinde Jesu Christi gehört. Die Lehre Jesu in der Bergpredigt bildet den Kern der Vision von Church and Peace. Das Bekenntnis des Netzes zur aktiven Gewaltfreiheit des Evangeliums findet auf vielfältige Art und Weise seinen Ausdruck. Uns als Quäkern sind dieses gemeinsame Wirken und die geteilte Vision wichtiger als theologische Differenzen.

Church and Peace wirkt als Forum, als Raum für Reflexion und Diskussion. Hinzu kommt die praktische Beteiligung an Projekten zur Förderung von Friedensdienst, gewaltfreier Konflikttransformation, nachhaltigem Lebensstil und gerechtem Wirtschaften sowie gewaltfreier Aktion. Church and Peace versucht aber auch, den historischen Friedenskirchen in ökumenischen Prozessen und Diskursen eine Stimme zu verleihen. Beispiele dafür sind die Europäischen Ökumenischen Versammlungen, die Dekade zur Überwindung von Gewalt, die Europäische Friedenskirchliche Versammlung und die Assisi-Koalition für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.