Quäker-Hilfe

Quäker-Hilfe

Die Quäker-Hilfe e. V. ist die 1963 gegründete Hilfsorganisation der deutschen Quäker. Sie fördert  Projekte, die Voraussetzungen für Frieden schaffen, die menschliche Grundbedürfnisse bereit stellen, und die mehr Gerechtigkeit im Welthandel zum Ziel haben. Sie leistet ihre Arbeit in Zusammenarbeit mit anderen Quäker-Hilfswerken aus anderen Ländern, unterstützt aber auch die Hilfsarbeit zahlreicher deutscher Quäker.

Merkmale der Hilfsarbeit

Die Hilfsarbeit ist eine Form des Quäkerlebens: Quäkerinnen und Quäker sehen in jedem Menschen etwas von Gott und versuchen sich daher in Achtung gegenüber ihren Mitmenschen. Ziel der Hilfsarbeit ist, unmenschliche Zustände zu bekämpfen sowie zur Versöhnung beizutragen und Menschen zum eigenen Handel zu ermutigen und zu befähigen. Hilfsarbeit ist dabei nicht ohne  Friedens- und Versöhnungsarbeit zu denken, und die jahrhundertelange Erfahrung der Quäker in diesem Bereich und ihr bedingungslosen Eintreten für Gewaltfreiheit führt dazu, dass der Quäker-Hilfe großes Vertrauen entgegengebracht wird, so dass wirkungsvolle Hilfe auch in Konfliktsituationen möglich wird.

Die konkrete Arbeitsweise der Quäker-Hilfe ist von den Quäkerprinzipien der Einmütigkeit, der Unabhängigkeit und der Partnerschaftlichkeit geprägt: Alle Entscheidungsfindungen finden nach Quäkerart statt und einmütige Beschlüsse werden von allen Mitgliedern getragen. Daher kann die Quäker-Hilfe ohne Rücksicht auf staatliche, ideologische oder wirtschaftliche Interessen ihre Arbeit so gestalten, dass sie benachteiligten Menschen und Opfern von Gewalt zugutekommt. Kooperationen mit anderen Organisationen werden genutzt, wenn sie zielführend sind, Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ist zentraler Bestandteil der Projekte.

Wo und wie wir helfen

Die Quäker-Hilfe operiert zur Zeit in drei Feldern: „Verbesserung der Lebensbedingungen (sozial, wirtschaftlich, ökologisch)“, „Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktbearbeitung“ sowie „Übergreifende Projekte für Frieden und Gerechtigkeit“. Im ersten Bereich werden Projekte gefördert, die partnerschaftlich mit Menschen vor Ort an der Verbesserung der Lebensbedingungen arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Beratungen und Schulungen im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, Ernährung und Bildung in Kenia durch das Rural Service Programme (eine Einrichtung der kenianischen Quäker);  Flüchtlingsarbeit in Mexiko Stadt im Casa de los Amigos oder Nähkurse in afghanischen Frauengefängnissen. Im Bereich „Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktbearbeitung“ geht es darum, sowohl Opfern von Krieg und Gewalt zu helfen und ehemalige Feinde zu versöhnen, als auch dem Entstehen von Krieg und Gewalt vorzubeugen, indem  Hass und Vorurteile abgebaut und gerechte und demokratische Strukturen aufgebaut werden. Beispiele hierfür sind die Kindergärten in Palästina und Unterstützung von Freiwilligendiensten in Israel, das Quaker Peace Centre in Südafrika, in dem zivile Konfliktlösung gelehrt und verbreitet wird, und immer wieder das Projekt Alternativen zur Gewalt. Dieses Programm zur alternativen Konfliktlösung fördert die Quäker-Hilfe durch Übersetzungen und Trainerkurse, unter anderem in Nepal, der Ukraine und dem Südsudan. Das Hilfs- und Friedensengagement der Quäker strebt eine Kombination aus konkreter Hilfe für die Menschen vor Ort und Lobbyarbeit bei den Mächtigen an, daher werden im Bereich „Frieden und Gerechtigkeit“ übergreifende Projekte gefördert, unter anderem die „Quäkerbotschaften“ bei den Vereinten Nationen (QUNO). Die Quäker-Hilfe gibt sich nicht damit zufrieden, lediglich die Not der Menschen zu lindern, sondern versucht, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft mit den Menschen zusammen zu bringen, die von deren Beschlüssen betroffen sind.

Hilfe mit Tradition

Hilfsarbeit ist für Quäker eine wichtige Aufgabe, die sich aus dem Glauben unmittelbar ergibt, und gerade die deutsche Bevölkerung hat davon mehrfach profitiert: Nach dem Ersten Weltkrieg rettete die von amerikanischen und britischen Quäkern organisierte „Quäkerspeisung“ Millionen deutscher Kinder, in der Zeit des Nationalsozialisms halfen die Quäker zahllosen Bedrängten, Bedrohten und Verfolgten, der Diktatur und dem Rassenwahn zu entfliehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörten erneut Quäker aus Großbritannien und den USA zu den ersten, die Hilfe für die Bevölkerung im besiegten Land der Täter organisierten und leisteten. Neben der  Schulspeisung mit Rosinenbrötchen, Kakao und Haferbrei gehörten auch Quäker-Nachbarschaftsheime und Studierzentren sowie die Hilfe für Flüchtlinge, Vertriebene und Heimkehrer zur Hilfsarbeit. Diese geistige Unterstützung, die Bereitschaft, sich zu engagieren, ohne nach Freund oder Feind zu fragen, war Konsequenz der Grundhaltung der Quäkerhilfsarbeit: Allen Menschen so gut wie möglich zu helfen, unabhängig von Nationalität und Rasse, von religiösem Bekenntnis und politischer Einstellung.

Quäker-Hilfe-Stiftung

Die Quäker-Hilfe Stiftung wurde 1995 von dem deutschen Hilfswerk Quäker-Hilfe e.V. und dem amerikanischen Hilfswerk AFSC (American Friends Service Committee) gegründet.  Die erste Aufgabe der Stiftung war die Realisierung der Ausstellung „Stille Helfer – Quäkerhilfe im Nachkriegsdeutschland“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin, die auch in vielen anderen deutschen Städten gezeigt wurde. Die Quäker-Hilfe-Stiftung betreibt Fundraising und ermöglicht so die Förderung von Projekten durch die Quäker-Hilfe und das AFSC weltweit. Sie bündelt die Ressourcen vieler Menschen, die das Engagement der Quäker über Jahre hinweg finanziell ermöglichen wollen, über karitative Stiftungen und Fonds, Erbschaften, größere Zuwendungen und Spenden.

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Kontakt

Quäker-Hilfe e. V.
Bombergallee 9
31812 Bad Pyrmont
Tel.:+49 (0)5281 – 44 13
info@quaekerhilfe.org

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