Was kannst du sagen?

Was kannst du sagen?

Fortgesetzte Offenbarung

Quäker leben nach der Überzeugung, dass alle Menschen einen unmittelbaren Zugang zum Göttlichen haben, dass die Offenbarung nicht auf die Vergangenheit beschränkt ist, sondern als fortgesetzte Offenbarung in der Gegenwart uns allen offensteht. Das heißt auch, dass jeder Mensch an ihr teilhat und etwas davon mitzuteilen hat. George Fox formulierte: „Du wirst sagen, Christus sagt dies und die Apostel sagen jenes, aber was kannst Du selber sagen? Bist Du ein Kind des Lichtes und bist Du im Licht gewandelt und kommt das, was du sagst, in deinem Innern von Gott?“

Erfahrung mitteilen

In den Andachten der Quäker kann daher jede und jeder, dessen Entscheidungsfondung ergeben hat, dass er oder sie sagen soll, was er oder sie sagen kann, durch einen Wortbeitrag aus der Stille heraus diese Erfahrung mitteilen. Die anderen Freundinnen und Freunde sind aufgefordert, aktiv zuzuhören. Die Erfahrung und die Form, in der die anderen diese mitteilen, mag nicht die eigene sein, und sie hat keine Autorität, der zugestimmt werden müsste. Sie ist aber Zeugnis der Erfahrung und Offenbarung. In den Ratschlägen und Fragen (Nr. 5) heißt es dazu:

„Nehmt euch Zeit, etwas über die Erfahrungen anderer Menschen mit dem Licht kennenzulernen. Seid euch der Bedeutung der Bibel, der Schriften der Freunde und aller Aussagen bewusst, die Gottes Weg offenbaren. Ihr lernt von anderen; könnt ihr wiederum auch ihnen frei weitergeben von dem, was euch gegeben wurde? Respektiere die Erfahrungen und Meinungen anderer und fürchte dich nicht auszusprechen, was du entdeckt hast und was dir wichtig ist. Erkenne, dass Zweifel und Hinterfragen auch zu geistigem Wachstum führen können und zu vermehrtem Bewusstsein des Lichtes, das in uns allen ist.“